Werbung oder keine Werbung? Sie haben jetzt die Wahl!

Werbung oder keine Werbung? Sie haben jetzt die Wahl!

Seit wir unsere Informations- und Nachrichtenportale vor über einem Dutzend Jahren starteten, war es uns ein Anliegen, juristische Informationen allgemeinverständlich aufzubereiten und für jedermann frei zugänglich zu präsentieren.

Idealismus allein füllt allerdings keine Kochtöpfe. Teil unseres Angebots war daher ebenfalls von Beginn an die Monetarisierung unserer Websites durch Online-Werbung. Dies hat die meisten Jahre auch mehr oder weniger gut funktioniert. Heute allerdings nicht mehr.

War es zu Beginn unserer Tätigkeit noch möglich, einfach „Werbeanzeigen“ auszuspielen, verlangen Werbenetzwerke inzwischen umfangreiche Möglichkeiten zum Tracking aller Besucher.

Angeblich müsse das sein, da nur so Werbung wirtschaftlich sinnvoll sei. Diese Rechtfertigung kann man glauben oder auch nicht. Wenn sie stimmen würde, fragt sich allerdings, warum Werbung im klassischen Print ebenso wie Rundfunk- und TV-Werbung bis heute auch ganz ohne solches Tracking auskommt – und dabei immer noch einen großen Teil des Werbemarktes bedienen kann.

Aber sei’s drum, wir können die bestehenden Werbenetzwerke und ihre heutigen Gegebenheiten leider nicht ändern. Wir können uns nur entscheiden, ob wir diese Werbenetzwerke weiterhin einsetzen wollen oder nicht. Und genau genommen können wir nicht einmal das, solange es an einer vernünftigen Monetarisierungsalternative fehlt.

Für uns bedeutet dieser Befund dreierlei:

1. Konsequenz: Eine eigene, trackingfreie Werbeplattform

Wir werden die nächsten Monate nutzen, eine eigene, trackingfreie Werbeplattform zu schaffen. Diese Werbeplattform wird der Monetarisierung unserer eigenen Nachrichten- und Informationsportale dienen wie auch für Informationsportale anderer Anbieter aus den Bereichen Recht · Steuern · Wirtschaft offen stehen.

Dieses Vorhaben stellt allerdings für einen kleinen Verlag wie uns eine Mammutaufgabe dar, die nicht von heute auf morgen erledigt sein wird. Nichts desto trotz muss dieser Weg jett gegangen werden.

Rechtslupe-Abo

2. Konsequenz: Cookie-or-Pay-Wall

Bis zur Realisierung unserer eigenen Werbeplattform werden wir allerdings weiterhin auf bestehende Werbenetzwerke wie etwa Google Adsense zurück greifen müssen. Und auch nach dem Start unseres eigenen Marktplatzes werden wir in einigen Fällen noch auf derartige Werbenetzwerke (etwa zur Restplatzvermarktung) zurückgreifen müssen.

Dies erfordert inzwischen – über die Anforderungen der DSGVO und dem Wortlaut des deutschen Telemediengesetzes hinausgehend – nach den Planet49-Entscheidungen des Gerichtshofs der Europäischen Union sowie des Bundesgerichtshofs aufgrund der immer noch bestehenden alten ePrivacy-Regelungen der EU zwingend eine ausdrückliche Einwilligung der Besucher der Website. Entsprechende Cookie-Abfragen finden sich inzwischen auf nahezu jeder Website im Internet und nerven die Besucher. Eine Alternative war zwar mit der ePrivacy-Verordnung beabsichtigt, aber deren Erlass verzögert sich auf nicht absehbare Zeit. Und auch die zwischenzeitlich als Referentenentwurf vorliegende deutsche Gesetzesnovelle („TTDSG“) ist noch auf dem Weg durch die Gesetzgebungsinstanzen.

Entsprechende Cookie-Abfragen müssen wir auch auf unseren Nachrichten- und Informationsportalen schalten. Gleichzeitig wollen (und müssen) wir allerdings auch verhindern, dass dadurch unser Finanzierungsmodell komplett ausgehebelt wird. Wir werden daher zumindest auf unseren größeren Portalen zweigleisig vorgehen:

So werden wir -zunächst auf unseren Lupen– ein kostenpflichtiges Abomodell anbieten, dass im Gegenzug den Abonnenten ein tracking- und auch weitestgehend werbefreies Lesen ermöglicht.

Sodann werden wir auf diesen Portalen eine sog. „Cookie-or-Pay-Wall“ aktivieren. Wie dies funktioniert, können Sie inzwischen auf der Rechtslupe sehen.

Dies ermöglicht allen Besucher unserer Websites die Wahl: Jeder Besucher kann unsere Nachrichtenportale entweder wie bisher kostenfrei -dafür aber mit Werbung- lesen. Oder er schließt ein kostenpflichtiges Abo und liest unsere Sites cookiefrei, trackingfrei und weitestgehend werbefrei.

3. Konsequenz: Abo-Modelle und Bezahl-Inhalte

Und schließlich werden wir unsere Inhalte zukünftig auch nicht mehr vollständig kostenfrei anbieten. So werden wir zum einen unser bereits erwähntes Abo-Modell ausbauen und bestimmte, besonders ausführliche Berichte -etwa zu neuen Gesetzen- zunächst nur unseren Abonnenten zugänglich machen. Auch einige neue Funktionen z.B. auf der Rechtslupe wird es nur für Abonnenten geben.

Auch weitere Angebote wie etwa unsere Online-Seminare wird es zukünftig ebenfalls nur noch kostenpflichtig geben. Und auch die bisher tolerierte werbefreie Nutzung unserer Angebote mittels Werbeblockern werden wir weitgehend unterbinden.

Zwar gilt für uns weiterhin die schon bei unserer Gründung verfolgte Maxime, jedermann den kostenfreien Zugang zu Rechtsinformationen zu ermöglichen. Aber auch wir können dies nicht mehr unbeschränkt gewährleisten, denn der andere Teil des Deals, die Finanzierung durch Werbung, ist kaputt. Und das weitestgehend irreparabel.


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